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Naturerlebnis- und musische Woche des Langener Wandervogels

am 10.-14.4.2007 im Jugenddorf Hoher Meißner - Bericht


Als ich am Dienstag, den 10.4.07, um 12.01 Uhr, schon eine Minute nach Beginn des Mittagses-sens, am Jugenddorf ankam, hatten Frau Jost und Herr Lutz  bisher Ulf (12), Tobias K. (gerade 14 geworden), die Brüder Florian (14) und Benjamin (13) und Johannes (14) aus Langen und Egels-bach hierher gebracht, ferner war Bianca (35) mit ihrem Sohn Liam (10) aus Unterrieden (Werra-Meißner Kreis) eingetroffen. Wir begaben uns zum Mittagstisch, und Herbergsvater und Herbergs-mutter führten uns in die Regeln des Jugenddorfes ein. Dann aßen wir und fragten uns, wo denn Mischka mit den anderen Teilnehmern bleibe. Wir aßen ohne sie und stellten dann in der kleinen Küche ihr Essen in den Kühlschrank. Mehrere Telephonate ergaben, dass sie erst später abgefahren und auf dem Weg waren.
Wir teilten nun zwei Gruppen ein: Bianca, Liam, Tobias K. und Ulf brachen zur Vorbereitung eines Schatzsuchspiels in der Nähe der Kripp- und Hi-Löcher auf, wo ich sie am Naturdenkmal „Auf dem Stein“ abzuholen versprach. Die Brüder Flo und Benny brachen zusammen mit Jojo in entgegenge-setzter Richtung in Richtung Tierpark zur Vorbereitung einer Verbrecherjagd auf.
Um ca. 14.00 kamen dann die Vermissten: Mischka (68) aus Frankfurt mit Katja (16), Gesine (15) und Tobias M. (15) aus Langen. Sie wärmten sich ihr Essen und verspeisten es.
Dann brachen sie zum Frau Holle-Teich und zur Calbe, dem Vorgipfel des Meißners, auf, um einen Orientierungslauf vorzubereiten.
Diese Strecken hatte ich (Gerhard, 68) die Woche vorher abgeschritten und dazu dreimal im Ju-genddorf übernachtet.
Nach 17.00 Uhr holte ich dann Biancas Gruppe am Naturdenkmal ab, und wir kauften noch Schätze und Geländespielbedarf in zwei Geschäften ein: Tennisbälle, Schokolade, Apfelsinen, ein Seil und Reißbrettstifte.
Mit einer Viertelstunde Verspätung war dann auch die dritte Gruppe nach Vorbereitung ihres Spiels zum Abendessen hinzugestoßen.
Um ca.19.30 Uhr versammelten wir uns zur Vorstellungsrunde. Dazu hatte ich mir etwas Besonde-res ausgedacht: Jeder sollte Papier und Bleistift mitbringen. Und als alle da waren, gab ich den Auf-trag, jeder solle zu seiner Vorstellung erstens seine(n) schönste(n) Erfolg(e) aufschreiben und zwei-tens wann er einmal richtig glücklich  war. Die Jüngeren trauten sich am Anfang nicht so heraus, die Älteren arbeiteten schön heraus, wie unterschiedlich Erfolge und Glücksgefühl sind. Ein Junge begann zu weinen und wollte sich nicht äußern. Er wurde durch diese Fragen an unglückliche Fami-lienverhältnisse erinnert, wie er mir später erzählte. In der Gruppe löste sein Weinen Mitgefühl aus, und er wurde dann der umsorgteste Junge, wobei sich sein Vetter Tobias K. besondere Verdienste erwarb. Und das Schönste: Ulf, er war am Anfang der Schweigsamste, kam die nächsten Tage wun-derbar aus sich heraus und steurte sehr interessante Redebeiträge bei.
Anschließend tanzten wir in der Halle einen Kolo und ‚Alunelul’, machten die erste Zeichenschara-de und sangen dann drüben in unserem Aufenthaltsraum noch Lieder aus den roten Langener Wan-dervogelbüchern.
Dann zogen wir uns um und versammelten uns alle im Jungenschlafraum, ich zündete drei Kerzen an und begann mit dem Lesen des zweiten Teils der Geschichte „Kur Oglu, Der Mann vom Fluss“, deren ersten Teil wir im Februar bei unserem Wochenende in der Rhön kennengelernt hatten. Um Schluss sangen wir das Lied „Abends treten Elche aus den Dünen“.

 
Mittwoch, den 11.4.2007

Um 7.00 Uhr weckte ich mit Gitarrengesang, und um 7.20 Uhr begaben wir uns zum erst ein knap-pes Jahr existierenden Barfußpfad, ließen unsere Schuhe im vorgesehenen Schuhgestell und liefen über Steine, Holz, Rinden, zwei Wildschweinfelle u.a.m., durch  Schlick und dann durch den Bach und auf Gras- und Nadelwegen, auch über Mais, zum Ausgangsort zurück. Bei der gekürzten Mor-genfeier erzählte jede(r), was ihm besonders aufgefallen war.

Beim Frühstück schmierte sich jeder Brötchen oder Brot für das Mittagessen und füllte sich Tee in Feldflaschen ab.

Dann begann das Schatzsuchspiel. Während Biancas Gruppe mit dem Auto zum Ziel fuhr, um dort die Waldläuferzeichen zu legen und die Schätze zu verbergen, spurteten zu Fuß Flo, Jojo und Ben-nie gleich auf dem markierten Weg nach Frankenhausen zu den Kripp- und Hi-Löchern davon, bald gefolgt von Katja, Gesine, Tobi M. und Mischka.
Während die erste Gruppe alle versteckten Schätze fand, traf Mischkas Gruppe nicht am Schatzver-steck ein. Funkverkehr. Sie waren zu den Kripp- und Hi-Löchern und an unserem Naturdenkmal vorbeigelaufen. Als sie dort auch um 13.00 Uhr noch nicht angekommen waren, verließen wir den wunderschönen Aussichtspunkt, von wo aus wir Höhlensysteme, Wacholderbeeren, Schlüsselblu-men u.a.m. erkundeten und gingen zum telephonisch verabredeten neuen Treffpunkt: Bank unter-halb „Auf dem Stein“. Da es inzwischen spät geworden war, wollte niemand mehr zu den Kripp- und Hilöchern, zumal eine Gruppe schon dort gewesen war. Mit zwei Autos kamen zwei Drittel zum Jugenddorf zurück, Mischka holte mit seinem Wagen dann das letzte Drittel, das beim Natur-denkmal  „Auf dem Stein“ bei Frankenhausen geblieben war, nach.
Am Nachmittag spielten die meisten Fußball. Mit Mischkas Gruppe fuhr ich zum Schwalbenthal, und wir betrachten den Schlussteil der Route für den morgigen Tag. Bianca half mir danach, das Kybbspiel aufzubauen, das in Schweden beliebter als Fußball sein soll. Zum Abstecken des Spiel-feldes benutzten wir die von Julian Ilgen dafür schon abgemessene Schnur. Beim ersten Probespiel erwies sich Bianca als die erfolgreichste Werferin.
Nach dem wieder gut mundenden warmen Abendessen trafen wir uns zum Singen und Erzählen. Die Morgenfeier-Gedanken wurden noch fortgesponnen: Ich fragte, seit wann solche Barfußpfade existierten. Kneipps Wassertretanlagen wurden erwähnt, seine Geschichte erzählt. Dann aber erin-nerten sich einige an das Schloss Freudenberg bei Wiesbaden, und ich erzählte von dem Buch „Unmenschliche Architektur“ von Hugo Kükelhaus, wo dieser anhand einer Grafik zeigt, wie zur menschlichen Fußsohle alle inneren Organe ihre Nervenbahnen schicken. Beim Gehen über Rasen, Steine, Mulch usw. werden also die inneren Organe massiert. Ob die Mädchen auch deshalb gesün-der sind und länger leben, weil sie lieber als Jungen barfuß gehen? Kükelhaus schlug vor, dass die Fußböden in Schulen nicht pflegeleicht, sondern für die Kinder abwechslungsreich gestaltet werden sollten – dagegen wird an unseren Schulen das Barfußgehen eher verboten ...
Nach dem Singen einiger Lieder studierten wir Polka ein. Das war gar nicht so einfach. Und weil zu wenig Mädchen da waren, mussten Jungen dafür einspringen, und das gefiel letzteren nicht so gut. Aber Hut ab: Gleich an diesem ersten Abend konnten einige die Polkadrehung! Anschließend  gab es die erste Darstellende Scharade – mit 60 im Wettkampf darzustellenden Wörtern. Da Gesine die Geschichte von Kur Oglu nicht gefiel, sprach ich mit ihr z.B. noch über den unterschiedlichen asia-nischen und attizistischen Stil; sie kam dann diesen Abend noch, den nächsten nicht mehr.
Der Ausklang verlief mit Singen und Vorlesen gleich dem am ersten Abend.

Donnerstag, den 12.4.07
Die Morgenfeier wurde mit einem kleinen Fangspiel „Jäger und Hasen“ im Spielfeld des Kybbspiels begonnen, wobei die vom Jäger Verfolgten sich schnell durch Hinsetzen in Hasen verwan-deln und von den noch Stehenden freigeschlagen werden konnten.
Bei der Morgenfeier übten wir den Kanon „Wach auf, mein Herz, und singe!“ und es gab zunächst ein Denkspiel: Jeder konnte Vorsilben zu „-stellen“ finden. So ergaben sich Gedankengänge nach Martin Heidegger, dass die Menschen etwas hinstellen, sich den Ausblick verstellen, für die Ver-waltung des Hingestellten Angestellte brauchen, man sich umstellt fühlt, nur noch Natur in Vorstel-lungen kennt usw. Der Mensch ist ein kreatives und produzierendes Wesen. Und dann sprachen wir über den Sinn einfachen Lebens. Diese vielfältigen Gedanken können hier nicht wiedergegeben werden.
Nach dem Frühstück machte sich die Vorbereitungsgruppe auf den Weg, wollte eine Stunde Vor-sprung vor dem Start der ersten Verfolgergruppe, so dass den anderen noch Zeit fürs Kybbspiel blieb. Biancas Gruppe hatte auf meine Bitte hin in der freien Zeit noch ein Dutzend Bratspieße her-gestellt, die Gruppe der drei Jungen hatte mit mir Brennholz in vier Stärken gesammelt. All das brauchten wir für das Würstchenbraten (Mittagessen). Biancas Gruppe startete um 10.50 Uhr, und um 11.10 folgten die Brüder mit Jojo. Ich selbst machte mich um 11.30 Uhr auf den Weg und sam-melte von den Bäumen auf, was Katja, Gesine und Tobi M. sich für die Teilnehmer der beiden ver-folgenden Gruppen an freundlichen Gedichten überlegt und entlang der steilsten Strecke zum Holle-Teich per Reißzwecken an Bäumen angebracht hatten. Einmal musste man sehr steil eine Waldbö-schung emporklettern und erhielt durch einen Zettel am Baum den Auftrag, dreimal einen Pfeil zu umhickeln – als ich ankam, fand ich keinen Pfeil mehr vor. Später erfuhr ich, dass er mitten auf dem Weg unten gelegen habe.
Vom Holleteich aus gibt es mehrere Wege zur Calbe. Und wir gingen auch verschiedene Wege. Den Ausblick bei dem herrlichen Wetter genossen alle. Und auch der Calbesee beeindruckte. Die Teilnehmer mussten während ihres Auf- und auch wieder Abstiegs Fragen beantworten, was mit Hilfe zahlreicher Bildtafeln am Weg, z.B. auch einem schwingenden Stein an dem alten Bergamt „Schwalbenthal“ und Fragen an Einheimische möglich war. Am Abend hatte dann Biancas Gruppe den ersten Platz mit ca. 13 Antworten auf rund 20 Fragen errungen.
Als ich als letzter ankam, hatte Bianca mit ihrer Gruppe schon das Feuer entzündet, ich hieß alle in der heißen Sonne sich ahlenden Gruppenmitglieder alles Holz zur Feuerstelle holen, das Feuer lo-derte hell auf. Und in einer kurzen Zeit war dann zum Würstchenbraten genügend Glut vorhanden.
Es folgte ein geruhsamer Nachmittag mit Lesen, Ausruhen, Kybbspiel, Schlafen.

Nach dem Abendessen besprach ich mit den drei Gruppen hintereinander Sketsche aus dem Lager-zirkusbuch „Mord auf der Wendeltreppe“ von Lothar Sauer, von denen sie dann den einen oder an-deren am Freitagnachmittag für den Abend einstudieren sollten.

Da Mischka in der Nacht noch nach Frankfurt zurückfahren musste, verlegten wir das Singen an den Anfang. Nach der Schilderung der Erlebnisse beim Orientierungslauf durch die Gruppen und nach der Verteilung der Preise las ich die in Idee und Bewegung Heft 77 stehenden, von mir ver-fassten Ziele des Wandervogels, Deutscher Bund vor.
Nach dem Singen, diesmal auf Jojos Betreiben hin sehr vieler ausländischer Lieder aus dem Lange-ner Wandervogelliederbuch, gingen wir in die Halle und studierten die Holsteiner Dreitour ein. Auch die „Gänsejagd“ lernten wir. Und dazu gab es wieder den Gruppenwettbewerb „Darstellende Scharade“. Und wir lasen die Geschichte von Kur Oglu zu Ende.

Freitag, den 13.4.2007

Zunächst gab es vor der Morgenfeier ein Sitzfußballspiel, das aber nicht so recht in Gang kam, vor allem weil der Boden zu nass war, aber auch weil die Spieler noch nicht die Routine hatten. Dann war das Thema „Der Berufsstand des Polizisten – Aufgaben, Selbstverständnis, Vergleich mit ähn-lichen Berufen“. Die Aufgaben: zu schützen und zu helfen, Recht und Ordnung einzuhalten, unan-genehme Aufgaben zu erledigen wurden ebenso erwähnt, wie – von Katja -, dass Polizisten zuwei-len nicht einschreiten. Hieraus kam die Idee, Langener Polizisten zu einem Gespräch einzuladen. Polizisten müssen eine Portion Willen zur Gewalttätigkeit aufbringen – im Gegensatz zu anderen Uniformträgern wie Krankenschwestern, Mönchen ...  In der bündischen Jugend wird Uniform wohl vor allem aus Gemeinschaftsgründen getragen. Ich begründete mein Tragen der Juja mit meinem Willen zum Dienen, mich für das Allgemeinwohl und für Menschen einzusetzen. Dem abhängigen Polizisten gegenüber steht der freie Intellektuelle, Vorbilder z.B. Immanuel Kant und Paracelsus, die nur nach eigener Entscheidung handeln wollen und fordern sich „aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ zu befreien.
Nach dem Frühstück brach dann die Dreiergruppe auf. Mit ihr hatte ich am Nachmittag zuvor eine neue Spielidee besprochen. Dazu gehörte, dass sie es lernten, jemanden zu fesseln. Als zu fesseln-den Komplizen suchten sich die drei Tobias K. aus, als flüchtigen Berichterstatter Ulf.
Zur Besprechung eine Stunde nach dem Frühstück kam nicht wie sonst die vorbereitende Gruppe, sondern nur Ulf, der den beiden anwesenden Gruppen mitteilte, dass Tobias K. entführt und zu be-freien sei. Dieses Spiel fand entlang dem Weg zum Tierpark statt. Die drei Jungen hatten ein Ver-steck, wo sie Tobias K. fesselten. Als die Befreier ankamen, hatte sich Tobias K. schon selbst be-freit ... Aber es soll noch eine deftige Klopperei gegeben haben. Höhepunkt der besonderen Weg-führung war eine Schafherde mit kleinen Lämmern, die dann auch auf dem Rückweg nochmals aufgesucht wurden. Mir entfuhr ein lautes Lachen, als ich einen Aufgabenzettel fand, die Holzschei-te eines riesigen Holzstapels zu zählen.
Nach dem Spiel hielten sich alle Gruppen ca. eineinhalb Stunden im Wildpark auf. Die Ziegen und besonders die Nandus, die größten Vögel Mittelamerikas, beeindruckten, auch die Ausstellungen im kleinen Museum. Mir gefiel vor allem, die Rehe beim Äsen zu beobachten.
Der Nachmittag verlief gemütlich, u.a. mit dem Einstudieren der Sketsche.
Ca. um 19.45 tanzten wir zu Beginn unseren Kolo in der Halle, es folgten nun in lockerer Folge die sechs Sketsche, bei denen viel gelacht wurde. Das Trio begann mit „Der U-Boot-Kapitän“, zu dem sich Tobi M. bereitfand und entsprechend die Wellen zu spüren bekam. Liam spielte mit seiner Gruppe „Für 50 Cent Bonbons“ und fiel dann in die verdiente Ohnmacht; auch seine Solo-Nummer „Das Köfferchen“ amüsierte alle köstlich. Katja, Gesine und Tobi spielten „Fritzchen ist krank“ und beteiligten dann mehrere Zuschauer an einem Improvisations-Märchenstück. Außerdem wurden fast alle Tänze wiederholt.
Und ab 22.00 Uhr trafen wir uns in unserem Tagesraum, weil eine neu angekommene Gruppe nun am Feuer saß, und wir sangen ganz viele Lieder. Auch einige persönliche Dinge und Fragen der weiteren Treffen wurden angesprochen.

Samstag, den 14.4.2007

Wie jeden Morgen weckte ich um 7.00 Uhr mit Gitarrenbegleitung mit einem Lied, diesmal „Durch die morgenroten Scheiben“. Es gab zunächst keine Morgenfeier, wir trafen uns, nachdem alles Ge-päck aus den Stuben gebracht worden war, zum letzten Mal noch für eine halbe Stunde zum Kybb-Spielen. Ab 8.30 Uhr frühstückten wir, sprachen noch über unser nächstes Treffen vor allem zur Vorbereitung der Sommerfahrt, und um 9.30 Uhr folgte dann, nachdem mir alle noch geholfen hat-ten, das Gruppengepäck zu meinem Auto zu tragen, die Schlussrunde. Die Frage war: Was war das Schrecklichste und was war das Schönste dieser Woche?
Zum ersten sagten einige gar nichts, einem schmeckte ein Essen nicht, anderen, dass wir, als es noch kalt war, den Barfußpfad gegangen waren. Allen hatte das gute Miteinander gefallen, es hatte praktisch keinen Streit gegeben. Katja meinte, dies sei wohl von allen seit 2002 erlebten die schönste Wandervogel-Unternehmung gewesen. Ich konnte der Gruppe Mischkas Meinung sagen, sie seien eine vorbildliche Gruppe gewesen. Ich habe noch nie eine solche Ruhe bei den Mahlzeiten er-lebt. Wir sangen nochmals unseren Kanon „Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge“, den wir im Wildpark auf den Wunsch der Kartenverkäuferin, die uns einen besonders günstigen Preis gegeben hatte, noch nicht so perfekt gekonnt hatten, sehr rein. Und dann kam das große Verabschieden. Die Eltern Frau Kahse und Thomas Krämer waren pünktlich zum Abholen da, und bald fuhren alle ab. Ich ging noch einmal zur Heimleiterin Frau Ross, gab ihr den von ihr ge-wünschten ausgefüllten Fragebogen, erhielt noch zwei Ansichtskarten für unsere Kassiererin Els-beth Bauer einschließlich Umschlag und Briefmarke, ich dankte ihr für die gute Aufnahme – wir hatten ja bis Freitagnachmittag das ganze Haus für uns allein, und jeder Wusch wurde erfüllt! – und verabschiedete mich. Sie sagte, wir sollten bald einmal wiederkommen!

Gerhard Neudorf

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