Englandflagge

Rückblick auf das Jahr 2006

Unter der Woche

Etwa einmal im Monat trafen sich einmal interessierte jüngere Wandervögel und Pfadfinder der CP Dreieich zu einem Gitarrenkurs und Singen, in den kalten und dunklen Monaten im evangelischen Gemeindehaus der Martin-Luther-Gemeinde, von April bis Oktober auf dem Langener WV-Grundstück „Im Birkengrund“. Da kam immer ein kleiner Kreis von drei bis acht Personen. Zum andern traf sich der Erwachsenen-Chorsingekreis, der im Februar 2007 neunzehn Jahre besteht, anschließend abends bei Sissi Seitz in der Robert-Koch-Str.6 in Langen. Regelmäßig dabei waren meist neun Personen.

Beide Treffen fanden samstags statt und dauerten je drei Stunden.

Fahrten und Lager

Die Wildniswoche in den Osterferien war mit 25 Teilnehmern, darunter auch Gästen aus Nordhessen, u.a. vom Nerother Wandervogel Witzenhausen, gut besucht. Den Förster und Wildnispädagogen Thomas Wenger als Leiter der Veranstaltung schlossen die Teilnehmer schnell in ihr Herz. Wir lernten viel bei ihm, fingen an mit der Zeremonie des „Räucherns“, einem indianischen Reinigungsritus, der Weitergabe des Redestabs und dem Nachdenken über die Unterschiede von Zivilisation und Wildnis. Abends wurde in der Jurte gesungen. Am nächsten Tag suchte sich jeder Teilnehmer seinen „secret spot“, übte den „Eulenblick“ und übte das Wahrnehmen seiner Umgebung. Auch den „Fuchsgang“, lautloses Anschleichen, übten wir und machten eine Holzaktion, damit wir nachts in der Jurte heizen konnten. Denn es war sehr kalt. Abends sangen und spielten wir in der Scheune.
Am Mittwoch lernten wir verschiedene Arten des Feueranzündens, zuletzt mit dem „Feuerbogen“.
Am Donnerstag bauten alle in Gruppen „Laubhütten“ ohne Gerät, so dass jeder nun weiß, wie er bei Kälte und Regen ohne Hilfsmittel sich eine Unterkunft schaffen kann. Nachmittags begaben wir uns auf „Spurensuche“, und bemerkten, wieviel Leben des Waldes man wahrnehmen kann, wenn man nur beobachtet. Die „Himmelsrichtungen“ draußen zu erkennen, war eine weitere Übung. Am Abend kam – trotz Nässe und Kälte - ein Anschleichspiel. Alle schwärzten sich die Gesichter und erfuhren, wie man auch durch seine Psyche unerkennbar wird. Zwei Mädchen und einem Jungen gelang es, unbemerkt von den Wächtern ans Ziel zu kommen.
Beim Abschluss lobte die Heimleitung die disziplinierte Truppe, die gut aufgeräumt und alles gereinigt hatte.
Das Wetter allerdings hatte viel von allen Teilnehmern gefordert, was die Langener aber unbeeindruckt ließ. Sie waren auch bei den späteren Treffen des Jahres wieder dabei.

Zur Feier der Johanni- und Sommersonnenwende lud Dr. Gisela Köhl ein. Es kam auch eine Reihe Ehemalige, Julian und seine Mutter backten in unserem Backofen draußen herrliches Brot, und vorher und beim Verzehr erzählten die Gekommenen von Studium und Auslandsaufenthalten. Gisela erläuterte, weshalb sie das Feiern der Jahresfeste für so wichtig ansieht, da sonst das Jahr im Stress der Aufgaben ohne Besinnungspunkte bleibe.
Der Nachtgang wurde wieder von den unzähligen herumschwirrenden Glühwürmchen bereichert, und das Feuer war mächtig. Es entspannen sich am Feuer auf die Reden hin interessante Gespräche z.B. über biologische und psychische Unterschiede von Mann und Frau. Zum Schluss sprangen die Teilnehmer nach Nennung guter Vorsätze über das Feuer und sangen dann noch lange.

Zur Sommerfahrt führte uns Mischka (Dr. Manfred Feder) in seine Heimat in Niederschlesien, zeigte acht Teilnehmern besonders schöne Stellen dieses ruhigen Landes nahe Polen, wohin wir auch einen Abstecher machten. Wir wanderten mit unserer Wunderkohte in den Zittauer Bergen und im Neiße-Tal, lernten Zittau, Görlitz u.a. Städte mit ihren schönen Fachwerkbauten und weiten Plätzen kennen, waren zum Schluss in Schwarzkollm, wo uns eine engagierte ehemalige Bürgermeisterin vieles aus der jüngsten Geschichte erzählte und uns den Neubau der Zaubermühle des Krabat zeigte. Ein in die Tracht eines Mühlenwirts verkleideter Einheimischer erzählte uns die Geschichte von Krabat in eigenwilliger Weise.

Über unseren Bogenbaulehrgang im September gibt es einen eigenen Bericht.

In den Herbstferien folgte eine Freizeit in der Jugendherberge Burg Breuberg. Wir waren unser zehn, acht Jungen, ein Mädchen und ich, und die Streifzüge, Geländespiele und abends unsere Spiele und unser gutes Singen haben wir in bester Erinnerung.

Im November schloss sich unser traditionelles „Werktreffen in Petterweil“ an, bei dem uns lueden mit seinen Heliandpfadfindern verstärkte, auch Jochen mit Ballonbau und Gipsmasken. Andere AG’s kamen hinzu: „3-D-Mühle“ – Spiel aus Holz herstellen und spielen (lueden). „Serviettentechnik“, bei der u.a. schöne Schmuckkästchen entstanden (Katja), „Bombillas“ (Gerhard) „Tonarbeiten“ (Julian). Nicht vergessen werden dürfen das im Nichts endende, trotzdem mitreißende Geländespiel und die schönen Spiel- und Singeabende.

Ein echter Abschluss-Höhepunkt war dann das Nikolaus-Suchspiel von unserem Grundstück „Im Birkengrund“ aus und die anschließende Waldweihnachtsfeier. Katja, Katrin und Sarah legten Spuren, die eigenartigerweise immer wieder verschwanden und neu auftauchten und versteckten kleine Köstlichkeiten und Kunstwerke. Dank der Fackel, die jeder dabei hatte, fanden sich die Vermissten (die zwei Alex, Florian, die zwei Tobis und Ulf) ein und suchten dann nach den versteckten Geschenken. Längst war es dunkel, als wir der von den drei Mädchen ausgelegten Lichterkette durch Wiese und Wald zu einer Fichte folgten. Die schmückte nun jeder mit seinem mitgebrachten Apfel, Lebkuchen und Kerze am Halter. Wir sangen „Ubi sunt gaudia?“, hörten die Geschichte von Frau Holle mit verteilten Rollen und beantworteten Fragen zum Sinn des Märchens. Das Lied „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ rundete die Feier ab.
Dabei war es einigen sehr kalt geworden, und wir beeilten uns, nach Abnahme von Äpfeln, Lebkuchen und Kerzen zurückzukommen, sammelten dabei die Kerzen der Lichterkette ein. Einige sangen anschließend noch in unserer vorgeheizten Hütte im Birkengrund.

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